Wat Benchamabophit – der Marmortempel Bangkoks

Der Wat Benchamabophit, oder „Wat Ben“ wie er häufig abgekürzt wird, ist einer der Top 10 Tempel in Bangkok. Bestimmt hast du ihn auch schon einmal gesehen, denn er ziert die Rückseite der 5-Baht-Münze. Er ist nicht so überlaufen, doch gerade deshalb ist er so ein tolles Ziel.

In diesem Artikel zeigen wir, warum der Wat Ben definitiv einen Besuch wert ist, was es hier zu entdecken gibt und wie du dorthin kommst. Viel Spaß beim Lesen!

Hintergrundinfos zum Wat Benchamabophit

Wat Benchamabophit Schräg Draufsicht

Der Wat Benchamabophit hat eigentlich eine interessante Geschichte: Ursprünglich standen an diesem Ort zwei kleine Tempel, einer davon trug den Namen Wat Laem. Im Jahre 1827 wurde er als Lagerplatz für die Truppen des Prinz Bibith genutzt, als ein Rebell die Stadt Korat einnahm. 

Nachdem der Rebell besiegt war, errichtete der Prinz zusammen mit seinen vier Brüdern fünf Chedis vor dem Tempel. König Monkut (Rama IV.) gab dem Tempel später den Namen Wat Benchabophit – Tempel der fünf Prinzen.

Im Jahre 1899 ließ König Chulalongkorn (Rama V.) den Dusit-Palast bauen und das umliegende Gelände neugestalten. Von den zwei Tempel ließ er den Wat Benchabophit ausbauen und taufte ihn Wat Benchamabophit – Tempel des fünften Königs.

Rama V. starb am 23. Oktober 1910 und seine Asche wurde, auf seinen Wunsch, im Marmor-Sockel der Buddha-Statue im Ubosot beigesetzt. [1]

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Tipps für das Verhalten im Tempel

Ein Tempel ist generell ein heiliger Ort, dem Respekt gebührt. Dementsprechend ist es schön, wenn du einige Verhaltensregeln befolgst:

  • Sprich leise und sei nicht überschwänglich
  • Trage lange Kleidung, die deine Knie, Arme und Oberkörper vollständig bedecken
  • Ziehe die Schuhe vor dem Betreten von Gebäuden mit Treppenstufen aus (generell auch, wenn du siehst, dass andere Schuhe davorstehen)
  • Fotos sind kein Problem, außer ein Schild weist auf eine Verbotszone hin

Sehenswürdigkeiten im Wat Benchamabophit

Besonders eindrucksvoll fand ich, dass im Wat Ben alles aus Marmor zu bestehen scheint: Statuen, Fußböden und auch manche Säulen. Doch die ganze Tempelanlage an sich hat einen ganz besonderen Charme.

Das Tempelgelände mit den Brücken

Wat Benchamabophit Brücke über den Kanal

Das Tempelgelände beim Wat Benchamabophit würde ich als offen und weitläufig bezeichnen. Beim Eingang zur Anlage gibt es eine große Freifläche, sodass du schön auf den kleinen Kanal und die zahlreichen Gebäude mit ihren roten Dächern schauen kannst.

Der Kanal mit seinen „Springbrunnen“ und die drei roten Brücken sind ein schöner Akzent in der Tempelanlage und trennen den heiligen Bereich vom Wohnbereich der Mönche. Definitiv ein schönes Fotomotiv. In den kleinen Pavillons an den Brücken lässt es sich gut ausruhen und die Umwelt beobachten.

Der Ubusot & die Buddha-Statue Phra Phutthachinnarat

Phra Phutthachinnarat Buddha-Statue

Den Ubosot siehst du direkt, wenn du den Wat Ben betrittst und auf dem Platz stehst. Er ist das große Gebäude, zu dem der gepflasterte Weg hinführt. Bereits von außen sieht er durch die Dachform mit der Staffelung, dem Farbkontrast zwischen rot und weiß und den Spitzen majestätisch aus.

Natürlich darf auch hier der Marmor nicht fehlen. Der gesamte Ubosot ist mit weißem Marmor verkleidet und ebenso sind die vier tragenden Säulen am vorderen Giebel daraus gefertigt. Zudem wachen zwei Löwenstatuen vor diesem Eingang – ebenfalls aus dem weißen Stein und sehr detailliert ausgearbeitet.

Im Inneren des Ubosot befindet sich die Buddha-Statue Phra Phutthachinnarat, eine Kopie der gleichnamigen Statue in Phitsanulok. Insgesamt wurden mehrere Tonnen Bronze für die Statue verarbeitet und ihr Glanz erfüllt den ganzen Raum.

Der Sockel, auf dem die Statue thront, ist ebenfalls aus Marmor. In ihrem Inneren wurde die Asche des König Rama V. nach seinem Tod beigesetzt. Das Einsetzen in den Sockel einer Buddha-Statue hat Tradition im Königshaus, so findet man die Asche von Rama III. im Wat Ratcha Orasam und jene von Rama IV. im Wat Ratchapradit, beide in Bangkok. [2]

Während der Tempel an sich jeden Tag von 5 – 19 Uhr geöffnet hat, ist der Ubosot nur von 6 – 18 Uhr offen.

Der Marmorplatz & der Wandelgang

Wandelgang mit Buddha-Statuen

Hinter bzw. neben dem Ubosot befindet sich der Wandelgang, dessen Mitte ein großer Marmorplatz ziert. Ich kann mich noch genau erinnern, wie heiß es an dem Tag war, als wir hier waren und wie angenehm kühl sich die Marmorplatten an den Füßen anfühlten.

Der Wandelgang an sich ist ebenfalls mit Marmorplatten ausgelegt. Auf drei Seiten kannst du hier (die östliche Seite bildet der Ubosot) 50 Buddha-Statuen in verschiedenen Stilen, unterschiedlichen Materialien und aus der ganzen Welt bestaunen. 

Gemäß König Chulalongkorns Anweisungen wurde diese Galerie damals mit Buddha-Statuen gefüllt, die:

  • alle die gleiche Größe haben sollten
  • alle unterschiedlich sein sollten
  • alle von künstlerischem Wert sein sollten

Ich erinnere mich etwa noch an eine Buddha-Statue aus Griechenland oder Pakistan. Aus letzterem stammten in der Tat sehr viele Statuen. Neben jeder Statue findest du auch eine Erklärung, woher sie ursprünglich stammt, aus welchem Material sie war und welche Pose dargestellt ist.

Der Glockenturm

Glockentürme in thailändischen Tempeln (Hor Rakhang) sind im Allgemeinen etwas sehr Spektakuläres. Das gilt auch für jenen im Wat Ben. Der Bowonwong Glockenturm wurde von der Adelsfamilie aus Bowon Sathan Mongkol gefertigt und am 6. Dezember 1902 zeremoniell eingeweiht.

Am Giebel Des Glockenturms sieht man auf den verschiedenen Seiten sowohl Gravierungen in thailändischem Stil als auch Bilder. Faszinierend hier war, wie auch im Rest des Tempels, dass der ganze Sockel mit Marmor verkleidet ist.

Der Bodhi-Baum im Wat Benchamabophit

Ein Bodhi-Baum ist ein Abkömmling des Baums in Bodghaya, Indien, unter dem der Buddha die Erleuchtung erreichte. Man findet sie in einigen thailändischen Tempeln, etwa auch im Wat Pho.

Das Exemplar im Wat Ben ist vergleichsweise klein. Dennoch, wenn du vor ihm stehst, lässt einen die schiere Größe nicht kalt. Insbesondere, wenn man sich ein paar Minuten Zeit nimmt, um seine Energie auf sich wirken zu lassen.

Eintritt und Öffnungszeiten des Wat Benchamabophit

ÖffnungszeitenMo. – So., 5:00 – 19:00 Uhr
EintrittKostenlos als wir da waren, im Internet steht 20 THB
Google Maps LinkGoogle Maps

Wie kommt man zum Wat Ben?

Eine BTS- oder MRT-Station gibt es in der Nähe vom Wat Ben nicht, du musst also auf andere Möglichkeiten zurückgreifen. Diese wären:

  • Bus Linie 5, bis zu „Wat Benchamabophit“
  • Bus Linie 5 & 70 bis zu „Before Wat Bencha Intersection“ 
  • Bus Linie 2-2, 16, 23, 505 & 509 zu „Government House of Thailand“ + 3 min. Fußweg
  • Grab/Bolt direkt zum Eingang

Wir sind damals Bus gefahren, über insgesamt drei Stationen. Hat recht Spaß gemacht, vor allem weil die Haltestellen in der Regel dort waren, wo Google Maps meinte.

Fazit zum Wat Benchamabophit

Meiner Meinung nach ist der Wat Benchamabophit definitiv einen Besuch wert, wenn du ein paar Tage länger in Bangkok bist. Er ist nicht so stark besucht wie Wat Pho, Wat Arun und Wat Phra Kaeo, doch gerade das macht es hier angenehm.

Man kann wirklich eine ruhige Atmosphäre verspüren, auch durch den kleinen Kanal und den kühlenden Marmor überall. Falls du ihn im Rahmen einer Tour besuchen möchtest, dann kann ich die nachfolgende Tour von Get Your Guide empfehlen. Wir haben schon einige Touren über Get Your Guide gebucht und waren immer zufrieden.

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