Auswandern nach Thailand mit Kindern: Schule, Visum, Kosten und realistische Planung

Thailand kann für Familien ein sehr schönes Land sein. Das Wetter, der Alltag, die Freundlichkeit gegenüber Kindern und die private Gesundheitsversorgung sprechen für Thailand. Gleichzeitig sind Schule, Aufenthaltsrecht, Krankenversicherung und Einkommen die Punkte, an denen viele Pläne den Praxistest nicht bestehen.

In diesem Artikel zeige ich dir, worauf du achten solltest, wenn du mit Kindern nach Thailand auswandern möchtest, damit du es erfolgreich umsetzen kannst.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zuerst

  • Ja, es ist grundsätzlich möglich, mit Kindern nach Thailand auszuwandern.
  • Meine Empfehlung: Plane zuerst Schule und Arbeit, dann Ort.
  • Eine internationale oder deutschsprachige Schule ist ein großer Kostenpunkt.
  • Eine normale Thai Schule ist für deutsche Kinder oft wegen der Sprache schwierig.
  • Arbeiten in Thailand ist nicht einfach so möglich, eine Ausnahme bilden in der Praxis Remote-Jobs.
  • Ohne Krankenversicherung würde ich mit Kindern nicht nach Thailand ziehen.
  • Ein Probeaufenthalt ist meiner Meinung nach sinnvoll, bevor du dich in Deutschland, Österreich oder der Schweiz endgültig abmeldest.

Wenn du nur eine Sache aus diesem Artikel mitnimmst, dann diese:

Mit Kindern solltest du Thailand nicht nur nach Miete, Essen und Strandgefühl planen. Entscheidend sind Schule, Visum und Einkommen.


Beratung

Du planst Thailand mit Kindern, bist dir aber bei Schule, Wohnort oder Budget noch unsicher?

In einer Beratung schauen wir gemeinsam, ob Thailand zu eurer Familie passt und welche nächsten Schritte sinnvoll sind.

Ist Thailand für Familien mit Kindern geeignet?

Ja, Thailand ist für Familien mit Kindern prinzipiell geeignet. Aber man sollte es gut organisieren.

Viele Familien mögen Thailand, weil Kinder im Alltag oft sehr willkommen sind. In Restaurants, kleinen Läden oder auf Märkten wird mit Kindern meist entspannt umgegangen. In größeren Städten gibt es gute private Krankenhäuser, internationale Communities, Sportangebote, Nachhilfe, Musikunterricht und viele Freizeitmöglichkeiten.

Thailand bietet zudem viel Komfort: Haushaltshilfe, Kinderbetreuung, Essen außer Haus, Fahrdienste und private Dienstleistungen sind oft günstiger als in Deutschland.

Das alles hilft jedoch wenig, wenn die großen Punkte nicht geklärt sind.

Ja, aber was ist mit…?

Die wichtigsten Gegenfragen sind:

  • Welche Schule sollen die Kinder besuchen?
  • Wie viel kostet diese Schule?
  • Welches Visum bekommen die Kinder und welches die Eltern?
  • Wovon lebt die Familie langfristig?
  • Was passiert, wenn ein Kind krank wird?
  • Was ist der Plan, wenn Thailand nach 6 oder 12 Monaten doch nicht passt?

Gerade der letzte Punkt ist wichtig. Eine Auswanderung mit Kindern betrifft nicht nur dich. Für Kinder bedeutet ein Umzug nach Thailand oft eine neue Sprache, neue Schule, neue Freunde, anderes Klima und eine völlig andere Umgebung.

Das kann wunderbar sein. Es kann aber auch zu viel sein. Deshalb würde ich Thailand mit Kindern immer erst praktisch testen, auch wenn sich das mit Ferien und Schulpflicht nicht unbedingt leicht realisieren lässt.

Die wichtigste Frage: Welche Schule sollen die Kinder besuchen?

Egal ob „Aussteiger“, der seine Kinder dann auf eine Onlineschule schickt oder ob es in eine “klassische” Schule geht, beim Auswandern nach Thailand mit Kindern ist die Schule oft der zentrale Punkt.

Neben Strandnähe, Lebenshaltungskosten und bekannten Orten kann dies einen großen Einfluss auf die Wahl des Wohnortes haben. Insbesondere, wenn es eine deutschsprachige Schule sein soll.

Im Allgemeinen hast du in Thailand theoretisch diese Optionen:

SchulartEinordnungFür wen geeignet?
Öffentliche Thai Schulesehr günstig, Unterricht meist auf Thairechtlich grundsätzlich auch für ausländische Kinder möglich, praktisch eher für Thai sprechende Kinder oder sehr junge Kinder mit langfristiger Integration1
Private Thai Schulebesser ausgestattet, oft trotzdem stark Thai geprägtFamilien mit Thailand-Bezug und Sprachplan
Bilinguale SchuleThai/Englisch oder mehr Englischanteilmögliche Mittellösung, Qualität stark unterschiedlich
Internationale Schulemeist Englisch, internationales CurriculumFamilien mit höherem Budget und internationaler Bildungsplanung
Deutschsprachige Schuledeutschsprachiger Bildungswegdeutsche, österreichische oder schweizer Familien, wenn Standort und Budget passen
Onlineschule / FernschuleUnterricht über deutsche oder internationale Online-Angebotekann praktisch sein, löst aber nicht automatisch die Visumfrage

Mehr Details zu den verschiedenen Schularten werden wir zeitnah in einem separaten Artikel veröffentlichen.

In der Praxis entscheiden sich die meisten Auswanderer jedoch für:

  • Bilinguale Schulen,
  • Internationale Schulen,
  • Deutschsprachige Schulen oder
  • Onlineschulen / Unschooling

Gesetzlich gibt es in Thailand zwar eine Schulpflicht, in der Praxis schicken manche ausländische Familien ihre Kinder aber auch auf Onlineschulen, Fernschulen oder kombinieren Online-Unterricht mit privater Nachhilfe vor Ort. Das kann je nach Kind und Familie funktionieren, vor allem wenn Thailand erst einmal für eine begrenzte Zeit getestet werden soll.

Wichtig ist dabei aber die Visumfrage: Eine Onlineschule im Ausland ist normalerweise keine thailändische Schule, die dir Unterlagen für ein Education Visa ausstellt. Damit fällt in vielen Fällen auch die klassische Guardian-Route über das Schulvisum des Kindes weg.

Deutsche und deutschsprachige Schulen in Thailand

Für deutschsprachige Familien sind vor allem zwei Schulen interessant:

  • RIS Swiss Section – Deutschsprachige Schule Bangkok
  • Christliche Deutsche Schule Chiang Mai (CDSC)

Wichtig: Nicht jede internationale Schule mit Deutschunterricht ist eine deutschsprachige Schule. Es macht einen großen Unterschied, ob Deutsch nur ein Fach ist oder ob der Bildungsweg wirklich deutschsprachig geprägt ist und Unterricht auf Deutsch stattfindet. Nur die CDSC und RIS tragen den Titel “Deutsche Auslandsschule”.

Die RIS Swiss Section in Bangkok ist besonders interessant, wenn Bangkok als Wohnort infrage kommt und ein deutsch-schweizer Bildungsweg gewünscht ist. Die CDSC in Chiang Mai ist für viele deutsche Familien im Norden Thailands die naheliegende Option und ermöglicht das Abitur.

Die Gebühren ändern sich regelmäßig. Deshalb solltest du die aktuellen Kosten immer direkt bei der Schule prüfen, bevor du deine Auswanderung darauf aufbaust.

Gebühren der Christlichen Deutschen Schule Chiang Mai

Bei der CDSC gelten laut Gebührenordnung für das Schuljahr 2026/2027 zum Beispiel folgende Größenordnungen:1

  • Kindergarten: 146.000 bis 168.000 THB pro Schuljahr, je nach Betreuungszeit
  • Schulbereich regulär: ca. 251.000 bis 328.000 THB pro Schuljahr, je nach Klassenstufe
  • zusätzlicher Unterricht oder Förderangebote können deutlich teurer werden
  • Aufnahmegebühr im Schulbereich: 50.000 THB
  • Kaution im Schulbereich: 50.000 THB
  • Mittagessen, Zusatzunterricht, Ausflüge und weitere Kosten können dazukommen

Für zwei Kinder bist du damit schnell bei 500.000 bis 650.000 THB pro Jahr nur für die Schule, wenn beide regulär im Schulbereich sind. Mit Aufnahmegebühren, Kaution, Mittagessen und anderen Zusatzkosten kann es deutlich mehr werden.

Genau das unterschätzen viele: Thailand kann im Alltag günstiger sein als Deutschland. Schulbildung auf einem deutschsprachigen oder internationalen Niveau ist jedoch um einiges teurer.

Gebühren der RIS Swiss Section

Bei der RIS Swiss Section in Bangkok werden auf der Gebührenseite unter anderem Semestergebühren von:

  • 175.000 THB für Kindergarten 1 und 2
  • 235.000 THB für Klasse 1
  • 265.000 THB für die Klassen 2 bis 6
  • 335.000 THB für die Klassen 7 bis 10
  • 355.000 THB für die Klassen 11 bis 12 genannt

Dazu kommen je nach Modell unter anderem eine einmalige Aufnahmegebühr, ein Schulentwicklungsfonds oder eine Anmeldegebühr, Mittagessen, Sprachprogramme und gegebenenfalls Transport.2

Welches Visum braucht eine Familie in Thailand?

Beim Visum gibt es keine pauschale “One-Size-Fits-All”-Lösung. Welche Visumroute passt, hängt unter anderem davon ab:

  • ob ein Elternteil in Thailand arbeitet
  • ob ein Elternteil mit einem Thai verheiratet ist
  • ob die Kinder eine Schule mit Education-Visa-Möglichkeit besuchen
  • ob ein Elternteil remote arbeitet
  • ob genug Vermögen oder Einkommen vorhanden ist
  • wie alt die Eltern sind
  • ob Thailand nur für ein Jahr getestet oder langfristig geplant ist

Mögliche Wege sind zum Beispiel:

Education Visa für Kinder

Wenn ein Kind eine passende Schule besucht, kann je nach Schule und Programm ein Education Visa infrage kommen. Die Schule muss dabei die nötigen Unterlagen liefern.

Eltern können sich dann über eine Guardian-/Dependent-Lösung an das Kind anhängen – allerdings nur ein Elternteil pro Kind. Bei Onlineschulen oder Fernschulen sieht es anders aus. Auch wenn dein Kind darüber weiterhin Unterricht bekommt, kann eine ausländische Onlineschule nicht die notwendigen Unterlagen für ein ED-Visum bereitstellen. Ohne Education Visa des Kindes gibt es dann auch kein Guardian Visa für die Eltern.

Das heißt nicht, dass Onlineschule unmöglich ist. Es heißt nur, dass du die Aufenthaltsfrage dann anders lösen musst, zum Beispiel über DTV, Non-B, Familienvisum, Thailand Privilege oder eine andere passende Route.

Non-Immigrant (B) mit Arbeit und Work Permit

Wenn ein Elternteil in Thailand bei einem Arbeitgeber arbeitet oder eine passende Firmenstruktur hat, kann ein Non-Immigrant B mit Work Permit der richtige Weg sein. Die Familienmitglieder beantragen dann Familienvisa.

Das ist der klassische Arbeitsweg. Er ist aber nicht einfach nur „ich suche mir vor Ort dann irgendwas“. Idealerweise solltest du das im Vorhinein abklären, sodass du noch aus dem Heimatland heraus das Non-Immigrant (B) Visum beantragen kannst.

DTV für Remote-Arbeit oder Workation

Das Destination Thailand Visa, kurz DTV, kann für Remote-Arbeitsmodelle interessant sein. Es richtet sich vor allem an Personen, die online arbeiten, sei es für eine ausländische Firma, mit eigener Firma im Ausland oder als Freelancer. Auch die Thai Soft Power Variante wird häufig genutzt.

Für Familien ist das DTV deshalb interessant, weil ein Elternteil das DTV, zum Beispiel Workcation oder Thai Soft Power, beantragen kann und Familienmitglieder darauf basierend eigene Familien-DTVs beantragen können.

LTR Visa

Das Long-Term Resident Visa kann für gut verdienende Remote-Arbeitnehmer, wohlhabende Personen, Rentner oder bestimmte Fachkräfte interessant sein. Für normale Familien ist es aber oft zu anspruchsvoll, weil die Anforderungen hoch und/oder sehr spezifisch sind.

Wenn es passt, ist es eine starke Lösung. Aber es ist nicht der Standardweg für die durchschnittliche Auswandererfamilie.

Thailand Privilege / Elite

Thailand Privilege, (früher) oft Elite Visum genannt, ist eine bezahlte Langzeitlösung. Sie kann praktisch sein, ist für Familien aber schnell teuer, weil jede Person ihren Zugang kaufen muss – auch wenn es Familienrabatte gibt.

Für manche Familien mit entsprechendem Budget kann das eine einfache Aufenthaltslösung sein. Für viele ist es finanziell nicht die erste Wahl.

Familienvisum

Wenn ein Elternteil mit einem thailändischen Ehepartner verheiratet ist oder ein thailändisches Kind hat, kann ein Non-Immigrant (O) (Thai) Family eine wichtige Rolle spielen.

Im klassischen Fall der thailändischen Ehefrau würden Kind und Mann dann auf Basis der gemeinsamen Beziehung das Familienvisum beantragen. Für deutsche Paare, die mit Kind auswandern, ist das aber keine relevante Lösung.


Visaservice

Nicht sicher, welches Visum für euch als Familie passt?

Wir prüfen mit dir, welche Route realistisch ist und übernehmen die Beantragung.

Kann man in Thailand arbeiten, wenn man mit Kindern auswandert?

Ja, du darfst in Thailand arbeiten, aber nicht einfach so. Als Ausländer benötigst du für lokale Arbeit eine Arbeitserlaubnis. Das gilt auch dann, wenn du „nur helfen“ möchtest.

Typische Möglichkeiten sind:

  • Job bei einem thailändischen Arbeitgeber
  • Arbeit bei einer internationalen Firma in Thailand
  • eigene Firma mit passender Struktur
  • Remote-Arbeit für ausländische Arbeitgeber oder Kunden
  • eigenes Onlinebusiness mit sauberer Visa- und Steuerplanung

Der größte Fehler ist, nach Thailand zu ziehen und zu denken: „Ich finde dann schon irgendwas.“

Lokale Gehälter sind niedriger als in Deutschland, Österreich oder der Schweiz und gleichzeitig können die Kosten für internationale Schule, Krankenversicherung und Visa hoch sein. Davon abgesehen, dass in vielen Bereichen kein Bedarf an einem Ausländer ist, der die Arbeit macht (weil zu teuer).

Als alleinstehender digitaler Nomade kann man mit wenig Geld relativ flexibel leben. Als Familie mit zwei Kindern ist das eine andere Rechnung.

Mein Rat: Ziehe mit deinen Kindern erst nach Thailand, wenn die Einkommensfrage klar geregelt ist.

Kann ich mit meinem Onlinebusiness in Thailand arbeiten?

Jein. Wer ein Onlinebusiness hat, beispielsweise eine Marketingagentur für ausländische Kunden betreibt, der kann prinzipiell auch in Thailand weiterarbeiten. Sauber planbar ist das vor allem mit einer passenden Aufenthaltsroute wie dem Destination Thailand Visa, weil dieses unter anderem auf Remote-Arbeit und Workation ausgelegt ist.

Ansonsten ist es eine Grauzone, in der Realität sagt aber niemand was, wenn man an seinem Laptop sitzt – Zuhause oder im Café – und dort an seinem Onlinebusiness arbeitet.

Krankenversicherung und Gesundheit

In Bangkok, Chiang Mai, Phuket, Pattaya und anderen größeren Orten gibt es gute private Krankenhäuser. Viele Behandlungen sind dort im Vergleich zu westlichen Ländern günstiger, aber größere Fälle können trotzdem schnell teuer werden.

Staatliche Krankenhäuser sind meist günstiger, aber nicht gleich schlechter. In Chiang Mai gibt es beispielsweise das Suan Dok Hospital, das gleichzeitig Uni-Klinikum ist. In Pattaya / Sattahip etwa das Militärkrankenhaus.

Eine Krankenversicherung ist in meinen Augen dennoch für jeden Pflicht. Ob man die bei einem lokalen Versicherer aus Thailand abschließt oder eine internationale Krankenversicherung nutzt, unterliegt dann den persönlichen Vorlieben.

Wichtige Punkte, die man auch beim Abschluss der Versicherung bedenken sollte, sind:

  • ambulante und stationäre Behandlung
  • Notfälle
  • Unfälle
  • Vorerkrankungen
  • Medikamente
  • Rücktransport oder Behandlung im Heimatland, falls gewünscht
  • Schwangerschaft und Geburt, falls relevant
  • Ausschlüsse und Wartezeiten

Englisch wird in den privaten und größeren staatlichen Krankenhäusern gesprochen. In kleineren Krankenhäuser sprechen zumindest die Ärzte in der Regel Englisch.

Was kostet das Leben in Thailand mit Kindern?

Die Lebenshaltungskosten in Thailand hängen stark vom Ort und vom Lebensstil ab.

Eine Familie in Chiang Mai kann deutlich günstiger leben als eine Familie in Bangkok oder Phuket. Wer lokal isst, ein normales Haus mietet und keine großen Ansprüche an Luxus hat, kommt günstiger weg. Wer ein großes Haus in guter Lage, Auto, internationale Schule, private Krankenversicherung und regelmäßige Heimflüge einplant, landet schnell bei ganz anderen Beträgen.

Beispielbudget: Familie mit zwei Kindern in Chiang Mai

Bevor ich jetzt willkürlich Zahlen in den Raum werfe, einmal ein monatliches Beispielbudget anhand Chiang Mai, wo ich mich am besten auskenne. Es ist ein Budget für eine vierköpfige Familie mit 2 schulpflichtigen Kindern, die auf die Christlich Deutsche Schule Chiang Mai gehen.

Essen ist halb/halb selbstgekocht und auswärts essen, auch in westlichen Restaurants. Das Haus ist ein 3-Schlafzimmer-Haus in Hang Dong. Auto wurde gebraucht gekauft und wird selbst gefahren. Visa sind in diesem Beispiel 2x ED-Visa + 2x Guardian Visa.

Krankenversicherung ist in diesem Beispiel die Foyer Global Health, 2x Essential für die Eltern, 2x Special für die Kinder. Alle mit je 500 EUR Selbstbeteiligung. Freizeitaktivitäten sind Dinge wie Zoo, Kinobesuche, Nationalparks, Vergnügungsparks und Massagen.

Monatliches Budget für vierköpfige Familie mit 2 Kindern
Essen und Haushalt30.000 THB
Miete und Strom, Internet, Handy20.000 THB
Transport (eigenes Auto)6000 THB
Krankenversicherung30.000 THB
Freizeitaktivitäten15.000 THB
Schule35.000 THB
Visakosten700 THB
1x pro Jahr Flug nach Deutschland (monatlich gerechnet)20.000 THB
Gesamt156.700 THB (ca. 4150 EUR)

Chiang Mai ist im Vergleich zu Bangkok, Phuket oder Koh Samui oft günstiger.

Das Budget oben orientiert sich eher an einem komfortablen Lebensstil. Natürlich gibt es Familien, die günstiger leben. Aber wenn du deutschsprachige oder internationale Schule, private Krankenversicherung und die Annehmlichkeiten Thailands willst, hat das seinen Preis.

Kann man günstiger leben?

Klar, man kann in Chiang Mai oder Thailand auch mit weniger als 4150 EUR monatlich als Familie auskommen. Aber was man nicht vergessen sollte: Oftmals liegt der Wunsch beim Auswandern darin, zu einem Ort zu gehen, an dem man “es besser hat”.


Beratung

Du willst vor dem Umzug einmal ehrlich durchrechnen, ob Thailand mit Kindern finanziell realistisch ist?

Wir schauen gemeinsam auf Schule, Miete, Krankenversicherung, Visa, Rücklagen und eure monatlichen Kosten.

Welche Orte eignen sich mit Kindern?

Thailand ist groß und der passende Ort hängt stark von euren Bedürfnissen ab. Nachfolgend ein kurzer Einblick in verschiedene Orte – doch am besten besucht ihr Thailand selbst und schaut, wo es euch am besten gefällt und die Infrastruktur passt.

Chiang Mai

Chiang Mai ist für viele Familien interessant, weil die Stadt entspannter ist als Bangkok, die Lebenshaltungskosten niedriger sind und es mit der CDSC eine deutschsprachige Schule gibt.

Außerdem gibt es viele Cafés, internationale Familien, private Krankenhäuser und Freizeitmöglichkeiten. Der große Nachteil ist die Burning Season. In manchen Monaten ist die Luftqualität im Norden sehr schlecht. Viele reisen dann zum Beispiel in den Süden (in den Schulferien).

Bangkok

Bangkok hat die größte Auswahl an Schulen, Krankenhäusern, Jobs und internationalen Communities. Wenn du eine bestimmte internationale Schule suchst oder beruflich an Bangkok gebunden bist, kann Bangkok sinnvoll sein. Auch hier gibt es eine deutschsprachige Schule.

Der Alltag ist aber großstädtisch: Verkehr, Lärm, lange Wege, hohe Mieten in guten Lagen und viel Organisation. Mit Kindern kann Bangkok funktionieren, aber man muss den Lifestyle lieben.

Pattaya

Pattaya ist bei vielen deutschsprachigen Auswanderern beliebt. Es ist nicht mehr nur “Schmuddelstadt”, sondern entwickelt sich immer mehr zu einem familienfreundlichen Gebiet, gerade südlich von Pattaya City.

Du bist am Meer, nicht allzu weit von Bangkok entfernt und es gibt ebenfalls viele internationale Schulen und Einwohner hier. Auch die Gesundheitsversorgung ist gut.

Phuket

Phuket klingt für Familien traumhaft: Meer, internationale Community, viele Freizeitangebote und internationale Schulen. Dafür ist Phuket in vielen Bereichen teurer. Mieten, Restaurants, Dienstleistungen und Schulen sind hier deutlich höher.

Hua Hin

Hua Hin ist ebenfalls sehr beliebt bei Deutschen. Die Stadt liegt ebenfalls direkt am Meer und hat auch einige internationale Schulen. Es ist aber eher ruhig und bietet nicht so viel an Aktivitäten wie die anderen Orte.

Ländliche Regionen

Ländliche Regionen können wunderschön sein, besonders wenn ein thailändischer Partner oder Familie vor Ort ist. Für Kinder kann das sehr bereichernd sein.

Aber: Schule, Sprache, medizinische Versorgung, Freizeitangebote und soziale Integration sind auf dem Land oft schwieriger. Wenn deine Kinder kein Thai sprechen und du keine klare Schulstrategie hast, würde ich mir das gut überlegen.

Welche Dokumente solltest du vorbereiten?

Einmal in Thailand angekommen, braucht man meist nicht mehr als seinen Reisepass, um Angelegenheiten vor Ort zu regeln. Für Visum und Schule musst du vorab jedoch Dokumente einreichen oder vorbereiten, digital als Scan reicht in der Regel. Dazu können gehören:

  • Reisepässe aller Familienmitglieder
  • Geburtsurkunden der Kinder
  • Heiratsurkunde, falls relevant
  • Zeugnisse und Schulunterlagen
  • Impfpass oder medizinische Unterlagen
  • Passbilder
  • Einkommensnachweise
  • Kontoauszüge
  • Arbeitsvertrag oder Nachweise zur Selbstständigkeit
  • Schulaufnahmebestätigung
  • Mietvertrag oder Adresse in Thailand
  • ggf. Übersetzungen und Beglaubigungen

Was bei manchen Visaarten und Aufenthaltserlaubnissen eventuell übersetzt werden muss, sind erfahrungsgemäß Geburtsurkunden und Heiratsurkunden. Wenn du alleinerziehend bist, solltest du auch die Sorgerechtsunterlagen sicherheitshalber dabeihaben.


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Probeaufenthalt: Erst testen, dann endgültig umziehen

Auch wenn es mit Schulpflicht in der Realität schwer machbar ist: Ich würde immer erst “zur Probe” nach Thailand ziehen und dann den endgültigen Entschluss fassen. Im Urlaub ist alles einfacher: Man hat keine Behördengänge, will nur entspannen und Spaß haben.

Wenn du dann aber arbeiten musst, Behördengänge hast und du vor allem einmal längere Zeit hier bist, merkst du erst richtig, was dich eventuell stört (Verkehr, Hitze, fehlende westliche Lebensmittel etc.).

Ein sinnvoller Test wäre zum Beispiel:

  • 2 bis 3 Monate in der Zielstadt leben
  • Schulwege anschauen
  • Schulen besichtigen
  • Mit anderen Eltern sprechen
  • Krankenhäuser und Kinderärzte prüfen
  • Wohngegenden testen
  • Alltag bei Hitze und Regen erleben
  • Kosten wirklich mitschreiben

Wenn danach alle noch nach Thailand wollen, hast du eine viel bessere Grundlage.

Typische Fehler beim Auswandern mit Kindern nach Thailand

1. Schulgebühren unterschätzen

Thailand ist im Alltag oft günstiger als in Deutschland. Gute internationale Schulen hingegen sind vergleichsweise teuer, man unterschätzt das aber gerne, da wir in Deutschland nichts für die Schule zahlen.

Internationale oder deutschsprachige Schulen können der größte Kostenblock der ganzen Auswanderung sein, gerade für Familien mit mehreren Kindern.

2. Einkommen erst vor Ort suchen

Das würde ich mit Kindern nur machen, wenn sehr hohe Rücklagen vorhanden sind.

Ein lokaler Job ist nicht garantiert, oft schlechter bezahlt und braucht die richtige Visa-/Work-Permit-Struktur. Für bestimmte Aufenthalts- und Work-Permit-Konstellationen spielen Gehalt, Firmenstruktur und Unterlagen eine große Rolle; für eine Firma muss sich dieser Aufwand erst einmal lohnen.

3. Krankenversicherung vergessen

Manche sagen: “Wir ernähren uns gesund und passen auf”, aber es gibt leider genügend Fälle, wo das nicht reicht und ein Unfall oder eine ernsthafte Erkrankung kann die ganze Planung sprengen.

Falls du jetzt denkst: “Dann machen wir uns dann Gedanken drum, wenn es passiert”, stell dir einmal bildlich vor: Wenn deinem Kind etwas Schlimmes passiert oder er eine schwere Krankheit bekommt, willst du dann erst die Kostenfrage klären oder deinem Kind schnellstmöglich helfen?

4. Kein Rückkehrplan

Wer ins Ausland auswandert, sollte auch überlegen, was im Falle passiert, dass Dinge nicht wie erwartet passieren. Was ist, wenn das Einkommen wegfällt? Was, wenn einem Familienmitglied das neue Land nicht gefällt?

Nur weil man einen Plan im Voraus macht, heißt das nicht, dass man denkt, dass man scheitert. Es ist viel eher eine Absicherung für die Familie für den Fall der Fälle zu einem Zeitpunkt, in dem man dies noch ruhig entscheiden kann.

Checkliste vor dem Umzug

Bevor du mit Kindern nach Thailand auswanderst, würde ich mindestens diese Punkte klären:

  • Probeaufenthalt planen
  • Schulweg und Wohngegend testen
  • Visumroute für Eltern und Kinder festlegen
  • Einkommen und Rücklagen realistisch rechnen
  • Krankenversicherung für alle Familienmitglieder abschließen
  • Zielstadt auswählen
  • Schulen recherchieren und kontaktieren
  • wichtige Dokumente vorbereiten
  • Falls nötig Übersetzungen und Beglaubigungen anfertigen
  • steuerliche Fragen prüfen
  • Rückkehrplan machen

Fazit: Mit Kindern nach Thailand auswandern

Mit Kindern nach Thailand auszuwandern kann eine gute Entscheidung sein. “Dort leben, wo andere Urlaub machen”. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass das Leben an einem Ort mehr Herausforderungen mit sich bringt, als das Urlauben.

Mache dir im Voraus Gedanken über Schule, Einkommen, Visum und Krankenversicherung. Und wenn möglich, mach einen mehrmonatigen Testlauf. Gerade beim Arbeiten und der Schule erlebe ich immer wieder, dass dort zu blauäugig rangegangen wird.

Häufig gestellte Fragen zum Auswandern nach Thailand mit Kindern

Kann man mit Kindern nach Thailand auswandern?

Ja, prinzipiell kannst du mit Kindern nach Thailand auswandern. Denk aber vorher auch an Schule, Krankenversicherung, Visum und vor allem Arbeit/Einkommen. Mit Kindern ist die Planung deutlich komplexer als alleine.

Gibt es deutsche Schulen in Thailand?

Ja, in Thailand gibt es deutsche Schulen. Das wären zum einen die RIS Swiss Section in Bangkok und die Christliche Deutsche Schule Chiang Mai.

Was kostet Schule in Thailand?

Die Kosten von Schule in Thailand hängen stark von der Schulart ab. Öffentliche Thai Schulen sind sehr günstig, aber für deutsche Kinder sprachlich oft schwierig. Deutschsprachige und internationale Schulen kosten häufig mehrere Hunderttausend THB pro Jahr und Kind.

Können Kinder in Thailand eine Onlineschule besuchen?

In Thailand gibt es offiziell eine Schulpflicht, doch viele ausländische Familien schicken ihre Kinder zum Beispiel über deutsche Fernschulen oder internationale Onlineschulen. Auf diesem Weg erhältst du aber kein Visum basierend auf dem Schulbesuch der Kinder.

Welches Visum braucht eine Familie in Thailand?

Welches Visum die Familie in Thailand braucht, hängt vom konkreten Fall ab. Möglich sind unter anderem Education Visa für Kinder, Guardian-/Dependent-Lösungen für Eltern, Non-Immigrant B mit Arbeit, DTV bei passender Remote-Arbeit, LTR oder Thailand Privilege.

Kann ich in Thailand online arbeiten?

Ja, du kannst in Thailand online arbeiten. Mit dem DTV sogar ganz legal für Auslandskunden, mit anderen Visaarten ist es eine geduldete Grauzone.

Welche Stadt ist für Familien in Thailand am besten?

Welche Stadt für Familien in Thailand am besten ist, hängt von Schule, Budget und Lebensstil ab. Chiang Mai ist für viele Familien wegen der CDSC und niedrigeren Kosten interessant. Bangkok bietet die größte Auswahl an Schulen und Krankenhäusern. Phuket, Hua Hin, Pattaya und Koh Samui sind ebenfalls beliebt.

Quellen

Stand: 23.06.2026

  1. CDSC Chiang Mai, Gebührenordnung 2026/2027: https://cdsc.ac.th/anmeldung/schulgebuhren/
  2. RIS Swiss Section, Schulgebühren: https://ris-swiss-section.org/de/schulgebuhren/

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